Beim Leichtathletik-Kreistag in Bad Boll zeichneten Uwe Seyfang und seine Vorstandsmitglieder ein insgesamt positives Bild, nannten aber auch Probleme beim Namen und zeigten Lösungen auf.

Offenbar hatte das trübe, kühle und regnerische Wetter am Freitagabend nur wenige Leichtathleten zum Besuch ihres Kreistages im Bad Boller TSV-Heim ermutigt und so konnte der Vorsitzende Uwe Seyfang in diesem Jahr lediglich 30 Teilnehmer willkommen heißen, die aber dann einen kurzweiligen Abend mit interessanten Beiträgen und fruchtbaren Diskussionen erleben konnten.
Erpo Wittlinger, Vorstandsmitglied des gastgebenden TSV Bad Boll, freute sich, dass die Leichtathleten nach ihrem Kreistag im Jahre 2003 wieder den Weg in Voralbgemeinde gefunden hatten und hob in seiner Begrüßung die Bedeutung der Leichtathletik im TSV hervor, nannte aber auch die Probleme, die auf seinen 900 Mitglieder starken Verein bei der Verlagerung des Sportplatzes durch die bauliche Erweiterung der Firma Wala zurollten.
Sportkreis-Präsident Lothar Hilger zeigte sich als ehemaliger Judoka begeistert, wenn er früher beim Grundlagentraining auf der Tartanbahn gegen Laufspezialisten antreten konnte, lobte die herausragenden Erfolge der Leichtathleten des Kreises in den letzten Jahren und lud zum Ball des Sports am 11. Februar in die Göppinger Stadthalle ein.
Als einen der stärksten Kreisverbände im WLV lobte Günter Mayer, Präsidiumsmitglied im Württembergischen Leichtathletikverband, den Göppinger Kreis, der sich in der Jugendleichtathletik einen Namen gemacht habe. In einem ansprechenden Vortrag beschrieb der WLV-Jugendwart das neue Konzept der Kinderleichtathletik, das weg von der normierten in die Erlebnisleichtathletik führe. Optimistisch stimme ihn, dass im letzten Jahr 40 Schülermentoren ausgebildet werden konnten. „Wir müssen junge Menschen begleiten und fördern und dürfen Kinder nicht verheizen", lautete Mayers Appell.

„Meine Zeit läuft langsam ab"

An den Beginn seines Rechenschaftsberichts setzte Leichtathletik-Chef Uwe Seyfang seinen Dank an Sportwart Roland Mäußnest, der ihn während seiner gesundheitsbedingten Auszeit im vergangenen Jahr gut vertreten und routiniert in die neue Saison geführt habe. In einem persönlichen Rückblick versprach der 71-jährige, seit 1988 im Kreisverband, sich nochmals für eine Wahlperiode zur Verfügung zu stellen, dann aber nicht mehr anzutreten. „Ich gehöre nicht zu denen, die einfach aus ihrer Verantwortung aussteigen", so der Dürnauer, „aber ich komme nicht umhin, anzudeuten, dass meine Zeit als Kreisvorsitzender so langsam abläuft".
In einem umfassenden Bericht beleuchtete Seyfang die Situation der Leichtathletik im Kreis und erinnerte an eine Aussage seines Vorgängers Thomas Mürder beim Kreistag 2003, dass der Schlüssel zum Erfolg für die Leichtathletik letztlich in den Händen der Vereine liege. Das Funktionieren der Leichtathletik im Kreis nannte er oberstes Ziel seines Verbandes und hierfür müssten alle Veranstaltungen, Kreismeisterschaften für alle Altersklassen und für jedes Leistungsniveau, die Knirpse- und Bambiniliga und die XXS-Liga durchgeführt werden und mahnte die Vereine, intern nach Mitarbeitern, Helfern und Kampfrichtern zu suchen. „Ich habe in allen Stadien eine wohltuende Atmosphäre und richtig gute Stimmung angetroffen", lobte Seyfang die Vereinsaktivitäten der letzten Saison, beklagte aber gleichzeitig das Fehlen der Zuschauer. In seiner Leistungsanalyse der Vereine stellte er die Leistungen der LG Filstal heraus, die zusammen mit dem LAV Tübingen seit 2006 der erfolgreichste Verein Baden-Württembergs im Jugendbereich ist und auch in Deutschland Spitze sei.
Sportwart- und Wettkampfwart Roland Mäußnest stellte einen Aufwärtstrend beim Sparkassen-Cup fest und nannte Erfolge des Kreises auf nationaler und internationaler Ebene. „Fast bei jeder deutschen Meisterschaft nahmen Athletinnen und Athleten des Kreises teil und erzielten sehr gute Ergebnisse", lautete sein Resümee. Als problematisch beschrieb er die Trainersituation in den meisten Vereinen, die es zu bekämpfen gelte. Dieselbe Kritik kam von Schülerwart Jochen Schreitmüller, der sich darüber hinaus persönlich Sorgen über die Entwicklung im schulischen Bereich im Zusammenhang mit G8 macht und vermehrt Trainingsausfälle feststellen muss. Jugendwart Florian Lecjaks knüpfte an die positive Bilanz von Roland Mäußnest an und stellte die überragenden Ergebnisse der Böhmenkircher Geschwister Lena und Katinka Urbaniak in den Vordergrund. Kampfrichterwart Roland Zweifel nannte 85 Einsätze seiner 24 Kampfrichter und zahlreichen Helfern, bezeichnete die Personalsituation aber als angespannt und bot deshalb einen Kampfrichtergrundlehrgang an. EDV-Wart Franz Haiplik, der nach 20-jähriger Tätigkeit sein Amt an Statistikerin Roswitha Schön übergab, beschrieb den Vorteil der heutigen Sportprogramme und erinnerte an vergangene Zeiten, wo Daten noch per Diskette umständlich weitertransportiert worden waren. Uli Bopp, Beisitzer für die Kooperation Schule-Verein, berichtete über drei Veranstaltungen bei guten äußeren Bedingungen. Da der Geislinger Lehrer in den Ruhestand geht, ist er auf der Suche nach Nachfolgern für den Gymnasial- und Realschul-Bereich. Statistikerin Roswitha Schön wies auf die in der Homepage neu eingestellte Statistik hin. Schatzmeisterin Traude Zweifel erhielt von Kassenprüfer Helmut Katzer ein dickes Lob für ihre Arbeit, muss zum Bedauern aller Mitglieder des Kreis-Vorstandes jedoch ihre Schatzmeistertätigkeit aus gesundheitlichen Gründen beenden und wird die Kasse wieder an ihren Vorgänger, den Böhmenkircher Hugo Ziegler, übergeben, der mit Unterstützung von Ehefrau Christa ein Jahr in die Bresche springen wird.
Auf Antrag von Erpo Wittlinger konnte der gesamte Vorstand einstimmig entlastet werden. Einstimmig erfolgten auch die Wahlen: Uwe Seyfang (Kreisvorsitzender), Roland Mäußnest (Sport- und Wettkampfwart), Roland Zweifel (Kampfrichterwart), Hugo Ziegler (Schatzmeister), Ursula Kosak (Frauenwartin), Nils Härtel und Rolf Stierle (Lehrwarte), Florian Lecjaks (Jugendwart), Hartmut Günther (Webmaster), Christa Ziegler (Beisitzerin) und Helmut Katzer (Kassenprüfer).

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Beisitzer und Stellvertreter des Kampfrichterwarts Peter Beutel (li)
und EDV-Wart Franz Haiplik (re) wurden in den Ruhestand verabschiedet.
Foto: Rolf Bayha

Ehrentafel
Weltmeisterschaften:
U18: Kugel: 3. Katinka Urbaniak (LG Filstal) 14,71. Diskus: 7. Katinka Urbaniak 48,77.
Europameisterschaften:
U20: Kugel: 1. Lena Urbaniak (LG Filstal) 16,31.
Deutsche Meisterschaften:
WJA: Kugel/Halle: 1. Lena Urbaniak 15,99. WJB: Kugel: 1. Katinka Urbaniak 14,91. Diskus: 1. Katinka Urbaniak 43,68. Diskus/Winterwurf: 2. Katinka Urbaniak 43,85. Speer: 2. Katinka Urbaniak 49,28. MJA: Stabhoch: 3. Jakob Köhler-Baumann (LG Filstal) 4,95. Jun: Kugel: 3. Lena Urbaniak 16,65. WJA: Kugel: 3. Lena Urbaniak 15,66. WJA: DJMM G1: 3. Mareike Arndt (LG Filstal) 11.504. W14: Siebenkampf: 3. Sarah Geiger (LG Lauter) 3.636. WJA: Siebenkampf: 4. Mareike Arndt 4.924. Frauen: Stabhoch/Halle: 5. Anna Schultze (LG Filstal) 4,35. Kugel/Halle: 5. Lena Urbaniak 15,51. WJA: Diskus/Winterwurf: 5. Lena Urbaniak 46,94. WJB: Hochsprung: 5. Rebecca Rapp (LG Filstal) 1,71. Frauen: Kugel: 6. Lena Urbaniak 14,34. WJA: Diskus: 6. Lena Urbaniak 47,63. Männer: Stabhoch: 7. Alexander Straub (LG Filstal) 5,32. Jun: Stabhoch: 7. Martina Schultze (LG Filstal) 4,10. Diskus: 7. Lena Urbaniak 49,14. M14: Achtkampf: 7. Nico Schöbel (LG Filstal) 4.189. Frauen: Stabhoch: 8. Martina Schultze 4,15. MJA: Stabhoch/Halle: 8. Jakob Köhler-Baumann (LG Filstal) 4,55.