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Fast alles nach Plan
Lena Urbaniak holt Gold und Silber - Schultze Zweite



Drei Medaillen holte die LG Filstal bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Rhede. Lena Urbaniak gewann das Kugelstoßen und wurde im Diskuswerfen ebenso Zweite wie Martina Schultze im Stabhochsprung.

THOMAS FRIEDRICH

Für Lena Urbaniak liefen die Wettbewerbe in der weiblichen Jugend B genau nach Plan. Die U18-Weltmeisterin in dieser Disziplin gewann das Kugelstoßen mit 15,08 Metern vor der WM-Vierten Laurine Normann aus Schwerin (14,57.). Den Diskus schleuderte sie auf 48,88 Meter und landete damit hinter der favorisierten WM-Dritten Shanice Craft (MTG Mannheim), die 15 Zentimeter weiter warf, auf Rang zwei.

Die 16-jährige Böhmenkircherin war mit der Bilanz von Rhede daher "sehr zufrieden". Im Kugelstoßen hätte selbst ihr drittweitester Wurf von 14,68 Metern zum Sieg gereicht. Nach einer langen Saison war es für sie "ein toller Abschluss", zumal sie auch im Diskuswerfen ihr Soll erfüllte. Obwohl sie diese Disziplin zuletzt nicht intensiv trainiert hat, schleuderte sie das Gerät auf 48,88 Meter - fast drei Meter weiter als die Dritte Maike Schmidt (Potsdam). Nur die Überwerferin Craft steht in Deutschland noch vor ihr, so dicht wie in Rhede war Lena lange nicht mehr an ihr dran.

Jetzt steht erstmal Urlaub an, wenn auch nicht wie geplant. Die beabsichtigte Familienreise zur Oma an die Nordsee fällt aus, weil Schwester Katinka am Bauch operiert wurde. So entspannt sich Lena fünf Tage in Böhmenkirch, ehe es am Freitag als Zuschauerin zur Weltmeisterschaft der Großen nach Berlin geht.

Der Saisonabschluss, die Süddeutschen Meisterschaften Ende August, steht vorläufig hinten an. Zu dem späten Zeitpunkt sei "sowieso keiner mehr richtig fit", sagt die Böhmenkircherin und macht es wie die Konkurrenz auch. "Man fährt hin, versucht sein Bestes zu geben, aber wirkliches Augenmerk legt keiner mehr drauf".

Martina Schultze fuhr in der weiblichen Jugend A ebenfalls als Mitfavortin nach Rhede. Mit übersprungenen 4,20 Metern ließ sie ihre vermeintlich schärfste Konkurrentin Natasha Benner aus Zweibrücken (4,10) deutlich hinter sich. Es reichte dennoch nicht zum erträumten Gold, weil eine andere an dem Tag über sich hinauswuchs. Caroline Hasse (SC Potsdam) verbesserte ausgerechnet gestern ihre persönliche Bestleistung um vier Zentimeter auf 4,25 Meter. Die übersprang sie im letzten Versuch und schnappte der Uhingerin den Titel noch vor der Nase weg.

Martina Schultze hatte sich sowohl über ihre Einstiegshöhe von 3,90 Meter als auch bei 4,10 und 4,20 Metern einen Fehlversuch geleistet. Hasse ließ die Vierzwanzig aus und setzte alles auf eine Karte. Nachdem sie die 4,25 zweimal gerissen hatte, schaffte sie es auf den allerletzten Drücker und Schultze musste sich mit Silber begnügen.

Eine Donzdorferin freute sich mit Caroline Hasse. Speerwurf-Mitfavoritin Sarah Mayer hatte wegen einer langwierigen Rückenverletzung abgesagt. Die mit 52,68 Metern Führende in der deutschen Jahresbestenliste verfolgte die deutsche Meisterschaft zu Hause in Potsdam am Liveticker und drückte ihrer Vereinskameradin Hasse im Stabhochsprung die Daumen. Bei der Weltmeisterschaft in Berlin wird die 18-jährige Mayer als Helferin im Olympiastadion sein.

Bei der weiblichen Jugend B belegte Lena Michel (ebenfalls LG Filstal) mit 41,50 Metern Rang neun im Speerwerfen. Ihr fehlten nach dem Vorkampf 15 Zentimeter auf Rang acht und damit drei weiteren Würfen im Endkampf. Den Titel holte sich ganz überlegen Laura Henkel (SC Potsdam) mit 51,10 Metern.




Erscheinungsdatum: Montag 10.08.2009
Quelle: https://www.suedwest-aktiv.de/

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